STUTTGART: LEUTE SUPER, PARTY SUPER, ORGANISATION SUPER, SECURITY SCHEISSE

Stuttgart war sozusagen der Hammer. Über 500 Leute und es wurde total ausgeflippt. Leider gab es genau deswegen Probleme mit der Security. Die standen schon bei TESTSIEGER auf der Bühne rum und wir baten Veranstalter THOMAS, sie vor unserem Gig wegzuschicken. Er sagte, das ginge nicht, weil er die Auflage hätte, dass Securities da sein müssten. Es waren viele auch jüngere Leute da, die uns noch nie live gesehen hatten und ihre Freude mit wildem Rumgespringe zum Ausdruck brachten. Als einige versuchten, die Bühne zum Stagediving zu entern, wurden sie von der Security sehr unsanft wieder nach unten befördert. Es wurde gegen 16jährige Mädchen handgreiflich vorgegangen, ein ebenfalls relativ junger Konzertbesucher wurde von hinten runtergeschubst, als er zum Stagediving ansetzen wollte, Crowdsurfer wurden runtergerissen, FLUMROC wurde weggeschubst und angeschrien, als er dazwischen ging. Wir mussten das Konzert sogar unterbrechen, als die Sache immer mehr ausartete. Das haben wir in alle den Jahren noch nie erlebt und es war echt ein Tiefschlag.

Wir waren ehrlich gesagt von der Situation ziemlich überfordert, da wir gleichzeitig ein Konzert spielten und so gut es ging deeskalierten. Denn die Security brachte die Situation definitiv zum eskalieren. Sie trat sehr indiskret und aggressiv auf, also genau das Gegenteil dessen wie es sein sollte. Sie stellten sich auch mal eben vor uns hin, so dass weder die Leute uns noch wir die Leute sahen. Die Sicherheit des Publikums wurde jedenfalls nicht gewährleistet, durch die Aktionen wurden die Leute eher gefährdet. Auch nach dem Konzert war es sehr unangenehm, da die Leute nicht einfach zu uns auf die Bühne kommen konnten, um sich mit uns zu unterhalten, weil sie abgeblockt wurden. Auch wenn wir dann zu ihnen hin gingen, als wir das bemerkten, stand dann immer irgend einer von denen mit verschränkten Armen daneben. Ich bin auch jetzt noch – eine Woche später nach Urlaub in den Bergen – stinksauer, wenn ich daran denke (Ihr könnt mir glauben, dass das was heisst…).

Zu unserem Vorgehen: Wir hielten es nicht für klug, die Securities öffentlich zu kritisieren, da dies die Stimmung wohl noch mehr im negativen Sinne angeheizt hätte, was wir eben verhindern wollten. Wir versuchten vielmehr, ihnen so diskret wie es eben ging Einhalt zu gebieten. Vielleicht war dies auch ein Fehler und wir hätten mehr machen können/sollen. Da wir diesbezüglich keine Erfahrungswerte besitzen, lässt sich das nur schwer sagen. In den bestimmt über 1000 Konzerten und DJ Sets die ich in den letzten Jahren entweder gespielt, selbst mitorganisiert oder besucht habe, hab ich sowas wie gesagt noch nie erlebt, nicht mal annäherungsweise.

Wir wollen uns an dieser Stelle bei allen KonzertbesucherInnen entschuldigen, wir haben echt unser Bestes versucht, diese Idioten auszubremsen ohne das Konzert zu beeinträchtigen. Wir hoffen, dass Ihr nicht uns die Schuld für das krasse Fehlverhalten der Security gebt. Ebenfalls müssen wir Veranstalter THOMAS in Schutz nehmen, er hatte natürlich auch keine Freude an der Sache, die Security wurde im aufgezwungen und ich hoffe, dass das nächste Mal eine andere Firma da arbeitet, wenn es schon welche haben muss.

Aber genug geklagt, das Publikum fanden wir echt grossartig und selbstverständlich gab es entsprechend auch sehr nette Momente an dem Abend. Z. B. wurden Liedwünsche und Grüsse auf Hände gekritzelt und per Hochhalten übermittelt.

(alle Bilder via CHUCKENKOPF)

Da wir keinen Merch dabei hatten wurde eine eigene Liste erstellt

hier noch ein paar weitere Bilder

immer schön anzuschauen:

nach dem Konzert hatten wir ein Interview mit NICI, welches hier gepostet wird, wenn es erscheint. Wir sind dann mit ein paar Leuten noch weitergezogen, um in den nahen Eisenbahnwaggons noch was zu trinken und landeten schlussendlich im Bahnhofsmcdonalds zum Nachtimbiss.

Zu neunt in der Saalschutzkarre:

Im Verlaufe des Abends stellte sich heraus, dass die Leute praktisch alles von AUDIOLITH kennen und wir wollten mal wissen, warum sie gerade dieses Label so gut finden. „Audiolith ist eine Art Gütesiegel und man hat auch den Eindruck, dass die Leute in den Bands sehr nett sind“. Das freute uns natürlich sehr. In unserem Fall hat das ja auch JÖRG BUTTGEREIT schon mal angemerkt, wie auf unserer letzten Platte zu hören ist:

selbstverständlich stimmt das und gilt für alle AUDIOLITH Bands :D

Dann vielen Dank an TESTSIEGER, die REWORK DJ KIDS, Veranstalter THOMAS, wie immer an MICHELLE POSSIBLE und auch LUKAS fürs Begleiten, Technik und Licht machen, sowie an NICI, MAIKE, VALLE und die anderen, die danach noch mit uns abhingen (weiss leider nicht mehr alle Namen, sorry)

Bis zum nächsten Mal, wir hoffen, Ihr seid dann wieder dabei! MTDF

NACHTRAG: Hier gibts noch einen Bericht dazu (von Marvin)


13 Antworten auf „STUTTGART: LEUTE SUPER, PARTY SUPER, ORGANISATION SUPER, SECURITY SCHEISSE“


  1. 1 Thomas 08. Februar 2009 um 21:53 Uhr

    Kann Rolfs MTDFs [Edit von MTDF ;) ] Ausführungen nur unterschreiben: was die Securitys an dem Abend geliefert haben, war absolut unerträglich und unentschuldbar. Mir als Veranstalter ist das mehr als nur unangenehm. Die Securitys haben nicht (aber sowas von überhaupt nicht) in meinem Sinne und im Sinne meiner Anweisungen gehandelt, trotzdem muss ich natürlich die Verantwortung dafür übernehmen. Ich entschuldige mich daher auch hier nochmals bei allen Zuschauern, die darunter zu leiden hatten (also besonders bei denen, die direkt angegangen wurden, aber letztlich hatten alle darunter zu leiden, da es die Stimmung ziemlich runter gezogen hat). Und natürlich bei Euch (Saalschutz). SORRY1 Ein paar Worte dazu gibt´s auch im Blog unserer Myspace-Seite zu lesen.
    Ich werde selbstverständlich Konsequenzen daraus ziehen. Mir wär ein Party ganz ohne Securitys natürlich am liebsten (und bei Stuttgart kaputtraven 1 haben wir das ja auch versucht), geht aber leider nicht. Mit den Securitys von letzter Woche wird es natürlich keine Zusammenarbeit mehr geben. Ich führe derzeit Gespräche mit anderen Firmen (wer nen Tip für Stuttgart hat, bitte melden), dabei stehen insbesondere das Thema Deeskalation und das genaue Einhalten von Absprachen im Vordergrund.
    Wir haben selbstverständlich nichts gegen Stagediving, Crowdsurfen und auf der Bühne tanzen (letzteres solange es für die Bands ok ist und das Equipment nicht in Gefahr ist)!!!!!!
    Ich hoffe, wir können unserem (übrigens absolut genialen) Publikum bei der nächsten Party wieder beweisen, dass es bei uns eigentlich anders zugeht. Und Euch hoffentlich auch – beim nächsten Gig von Saalschutz bei „Stuttgart kaputtraven“?!
    Haut rein.
    Thomas

  2. 2 scheckkartenpunk 08. Februar 2009 um 23:23 Uhr

    @Thomas: wegen Security – frag doch mal in der Röhre nach. Ich empfand die da eigentlich immer ganz entspannt. Und Konzerterfahrung haben die auch.

  3. 3 Neo Bechstein 09. Februar 2009 um 12:00 Uhr

    Jaja, das übliche…
    Ich habe in den letzten Jahren sogar das Gefühl, dass die, ich nenne es mal, „unprofessionalität“ zunimmt.
    Es gibt aber auch positive Beispiele: Beim This Is Ska Festival in Dessau/Rosslau war die Firma so entspannt wie keine Andere…

  4. 4 Administrator 09. Februar 2009 um 13:11 Uhr

    Hallo Thomas

    Danke für die klaren Worte!

    bis dann & lieben Gruss, MTDF

  5. 5 Maike 09. Februar 2009 um 18:28 Uhr

    Ui. Wir haben zu danken. Ohne euch wären wir wahrscheinlich wieder 2 Stunden durch Stuttgart geirrt auf der Suche nach dem Bahnhof (is ja immer so verflixt dunkel in der Nacht).
    Konzert und alles war echt super. Leider haben sich ja in der Nacht sämtliche Autoritätspersonen in Uniform daneben benommen.
    Man darf übrigens wirklich gespannt sein auf das Interview, denke ich.

  6. 6 sändra 09. Februar 2009 um 19:10 Uhr

    wtf?

    ihr seid doch alle völlig bekloppt!!

  7. 7 Peder 10. Februar 2009 um 15:43 Uhr

    Ich war glaub der, der „…zum Stagediving ansetzen wollte“ und runtergeschubst wurde. Ich wollte aber eigentlich garnicht ansetzten, sondern bin nur runtergefallen! Und plötzlich bin ich dann davon gesurft. Der Typ meinte nur: „Nocheinmal da oben und du fliegst raus“.
    Mich hat das jetzt nicht sonderlich gejuckt, aber ich war auch gut dabei.
    Also vorm Kellerklub sind die Typen nett find ich, aber ich weiß nicht ob die auch sowas machen. Freu mich auf egotronic!

  8. 8 Thomas 11. Februar 2009 um 20:01 Uhr

    Hey Peder.
    Nächstes mal sind die Securitys vom Keller im Start. Ich glaub, dann hat sich das Problem definitiv erledigt. Hab als Besucher im Keller mit denen ausschließlich positive Erfahrungen gemacht.

  9. 9 nici 13. Februar 2009 um 16:39 Uhr

    OHA PETER! dann hatte ich vielleicht deinen schuh im gesicht oder sowas! auf jeden fall tat das weh!

  10. 10 Cialis 10. März 2010 um 20:28 Uhr

    tQaHLX Excellent article, I will take note. Many thanks for the story!

  1. 1 DAS EGOTRONIC KONZERT IN STUTTGART « Saalschutz Pingback am 26. Februar 2009 um 13:54 Uhr
  2. 2 SAMSTAG UND SONNTAG « Saalschutz Pingback am 13. April 2009 um 17:38 Uhr
  3. 3 TÜBINGEN « Saalschutz Pingback am 24. August 2009 um 10:35 Uhr
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