DREAMS ARE MY REALITY

Seit Bandgründung hab ich drei mal von SAALSCHUTZ geträumt, bzw. kann mich an drei Träume auch erinnern. Alle waren sie relativ absurd. Und ich schreibe hier einmal auf, was mir im Schlaf widerfuhr, u.a. in der Hoffnung, dass jemand das Ganze fundiert deuten kann.

1. Traum:

Den ersten Traum hatte ich im Vorfeld unseres Auftritts am LETHARGY-Festivals, an dem wir 2005 spielten. Damals hatten wir noch keinen Frontmix wie heute, sondern machten Front- und Monitorsound von der Bühne aus selbst. Nur Instrumental und Gesang mischte jeweils ab, wer gerade da war (wenn überhaupt).

Aber zurück zum Traum:

Im Traum war unser Konzert nicht wie angekündigt in der Aktionshalle, sondern auf einer aus Holzplatten zusammegezimmerten Openair-Bühne direkt neben dem See, wo jeweils die Afterhour stattfindet. Im Traum war der Platz allerdings viel grösser, als in Wirklichkeit. Es standen hunderte von Leuten da und schauten relativ erwartungsvoll. FLUMROC und ich traten auf die Bühne und ich startete den Drumcomputer. Die Bassdrum ertönte und die Leute waren alle aus dem Häuschen. Ich schaltete weitere Spuren dazu und Flumroc fing an Synthi zu spielen. Nur änderte sich nichts: Es erklang weiterhin ausschliesslich die Bassdrum. Das Publikum merkte nichts und tanzte einfach zur Bassdrum. Ich sagte etwas ins Mikrofon. Meine Stimme kam nicht aus den Lautsprechern. Nur Bassdrum. Das Publikum tanzte. Irgendwann schien es jedoch einigen zu monoton zu werden und nach und nach verliessen die Leute die Szenerie. Die Bassdrum erklang weiter. Nach ca. einer halben Stunde war er Platz gespenstisch leer. Die Bassdrum erklang in die Leere des Raumes. Die Veranstalter waren alle weg, das Publikum war nach hause gegangen. Ich wollte etwas zu FLUMROC sagen und merkte, dass er ebenfalls weg war. Ich stand alleine da und hörte: Die Bassdrum.

Wie es wirklich war: Lustiges Konzert. Wir spielten die Halle leer. Nicht vollständig aber ziemlich.

2. Traum:

Wie einige vielleicht wissen, hatten wir oft mit technischen Problemen zu kämpfen. Ab und zu ist das immer noch so, aber wir wissen mittlerweile recht gut wo die Tücken liegen und haben die Gefahren gut im Griff. Von unserem Drumcomputer – wegen seiner eigentlich live-untauglichen bauweise grösste Schwachstelle unseres Setups – habe ich immer ein Ersatzgerät mit auf Tour. Es ist ein Gerät des Typs RM1X von Yamaha, auf welchem sich Drums programmieren und gleichzeitig live Synthie- und Bass-Sounds spielen lassen. Ich spiele bei fast allen Liedern Synthi, FLUMROC spielt den Bass auf einer Novation Bass Station und manchmal gleichzeitig auf einer Yamaha CS5.

Zum Traum: Dem Traum kann ich kein bestimmtes Konzert zuordnen. Jedenfalls bauten wir unser Equipment auf (wir hatten keinen Soundcheck). Es war ebenfalls ein etwas grösseres Konzert und gut besucht. Als wir anfingen zu spielen, merkte ich, dass auf meinem Gerät nicht „RM1X“ stand, sondern etwas wie „RT2D“ oder so ähnlich und dass es auch etwas anders aussah. Ich hatte keine Ahnung wie das Gerät funktionierte. Es kamen keine rhythmischen Drumsounds sondern unrhythmische komische Geräusche raus. Die Leute feierten zwar erstmal, vermutlich weil sie das für einen Spass unsererseits hielten. Ich wurde immer nervöser. Ich fragte FLUMROC ob er helfen könne. Wir besprachen das Problem und waren uns einig, dass keiner von uns auch nur die geringste Ahnung hatte, was zu tun sei. In meiner Verzweiflung machte ich eine Durchsage ans Publikum, ob jemand das Gerät kenne und zufälligerweise eine Bedienungsanleitung dabei hätte. Es geschah etwas wundersames, an was ich mich allerdings nur noch verschwommen erinnere: Das Publikum bildete Arbeitsgruppen à ca. 5, 6 Leuten, die gemeinsam versuchten das Problem zu lösen. Wir holten die Gruppen nach und nach auf die Bühne, damit sie ihren Lösungsansatz präsentieren konnten. Die vorhandenen Beamer wurden verwendet um Powerpoint-Präsentationen zum RT2D abzuhalten. Ich weiss allerdings nicht, wie die Geschichte ausging, da ich mitten in einer Präsentation aufwachte.

Vielleicht bedeutet der Traum, dass uns das Publikum grundsätzlich wohlgesonnen ist. Ich empfinde das eigentlich meistens auch so und ich möchte mich an dieser Stelle auch mal herzlich dafür bedanken!

3. Traum:

Den dritten Traum hatte ich von gestern auf heute, eine Nacht nach dem Konzert in Reutlingen. Das Konzert lief bestens und wir hatten grossen Spass.

Der Traum begann sofern ich mich daran erinnere relativ abrupt in einer Konzertsituation. Die Bühne war riiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeeeeesig. Stadiongrösse. Es standen seltsame Requisiten rum, Piratenkram à la DJ BOBO. FLUMROC und ich standen nicht nebeneinander wie üblich. Ich musste (im Traum erinnere ich mich daran, dass mir das vor dem Traum so gesagt wurde. Geht das überhaupt?) aus technischen Gründen meinen Teil der Geräte ca. 25 m weg von FLUMROC und auf einem eigenen Tisch aufstellen und auch dort spielen – Diagonal über die Bühne hinten in der Ecke. Was ich auch tat. Ebenfalls aus technischen Gründen hatte FLUMROC 3 Monitore: Je einen links und rechts neben sich und einen hinter sich. Ich hatte keinen. Das Konzert spielte ich – ebenfalls auf Anweisung von jemandem der für den Abend verantwortlich war – mit dem Rücken zum Publikum. Ich nahm das alles so hin und tat wie mir geheissen. Mein Gesang (und nur der Gesang) erklang mit ca. 5 Sekunden Verzögerung aus den Boxen, was eine grosse Herausforderung darstellte. Da ich allerdings sowieso nur hörte, was weit weg aus Flumrocs Monitoren kam, spielte das auch keine grosse Rolle. Ich hab keine Ahnung wie viele Leute da waren, wie die Reaktionen waren und was für ein Raum das war in dem wir spielten. Ich erinnere mich einfach daran, dass die Bühne riesig war. Und daran, dass ich den Sequenzer hochkant aufgestellt spielte. Ob dies aus technischen Gründen so war, kann ich nicht sagen.

Vielleicht deutet dieser Traum auf eine gewisse Angst vor dem Ausgeliefertsein an das technische Personal hin. Und auf Monitorneid.

Ich bin gespannt, was da noch kommt an Träumen. Wie auch immer. Dream on! MTDF


6 Antworten auf „DREAMS ARE MY REALITY“


  1. 1 tony 11. Januar 2010 um 15:10 Uhr

    also ich kann zwar keine träume deuten, aber traum 2 find ich richtig lustig :-D

  2. 2 kev 11. Januar 2010 um 21:34 Uhr

    sehr toller blogeintrag, ich könnte noch 100 solcher traumgeschichten lesen glaub ich!
    hat ja fast etwas von fm4 im sumpf :)

  3. 3 Mathieu MD 12. Januar 2010 um 15:27 Uhr

    Und wie lustig ist das, ich habe heute Nacht von MT Dancefloor geträumt: Du hast auf einem Wikingerschiff, welches auf einem (grossen) Parkplatz vertäut war, Aufnahmen von einer Jazz-Band geleitet! Musik tönte nach Tal Wilkenfeld, Serendipity. Du hast volle ADAT-Tapes direkt zwei kleinen schwarzen Mädchen gegeben, damit sie sofort ein Backup davon ziehen können. Und Du hast mir lachend eine „Hand der Fatima“ (siehe Wikipedia) gezeigt, welche nur den Mittelfinger gestreckt hatte und auf der Rückseite ein Bild von Iron Maiden live hatte. Und Claude Nobs schwirrte als MC herum. Recording-Neid?

  4. 4 Jakob 17. Januar 2010 um 15:43 Uhr

    Arbeitsgruppen :)

  5. 5 tomarcte 17. Januar 2010 um 18:45 Uhr

    mir gefällt traum 3 am besten. und wer hat noch nicht mindestens einmal mit dem rücken zum publikum gespielt. und sei es nur für minutenbruchteile…

  1. 1 WIEDER MAL EIN EINTRAG, WIEDER MAL EIN TRAUM « SAALSCHUTZ Pingback am 26. November 2012 um 12:28 Uhr
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