ZUG

war strange. ich hab kein besonderes sensorium für „vibes“, aber ich hab die stimmung noch nie so feindselig und negativ empfunden. es hatte zwar leute, die extra wegen uns da waren, die veranstalterInnen meinten auch, dass viele leute sich aufs konzert gefreut hatten. aber es gab halt auch das laufpublikum, da es sich um die etwas abgelegene afterparty eines festivals handelte. leute die extra wegen uns da sind und es nicht gut finden, gehen in der regel raus. die anderen schmeissen offenbar becher, bzw. leere aludosen. es war nicht so, dass das viele waren, aber halt ein, zwei anonyme störer. ich hab dann durchs mikro gesagt, die betreffende person könne gerne auf die bühne kommen und ihre kritik äussern. ist aber natürlich nichts passiert. dabei hätte ich gerne ein bisschen diskutiert, wie es soweit kommen konnte.

natürlich kommt es immer mal wieder vor, dass man aneckt mit einem konzert, es kann ja nur schwer sein, dass hunderte von auftritten rund laufen und alle einem immer toll finden. insbesondere an technopartys zwischen 2 djs kam das ab und zu nicht bei allen gut an. leute die einfach nur zu minimal tanzen wollen, sind da auch mal entrüstet und es gibt sie, die stiernackigen tribal-tattoo-träger in unterhemd, die mit unserer musik einfach nichts anfangen können. im waschhaus potsdam 2004 sahen wir zwar tatsächlich ca. 700 mittelfinger. aber damals waren wir so glücklich über unser wieder funktionierendes equipment nach den technischen problemen an den beiden vortagen, dass wir sogar zwei zugaben spielten, was die leute auch nicht gerade auf unsere seite zog. ausserdem war es anders, es waren eigentlich alle offen gegen uns und es gab keine tätlichkeiten, wenn ich das mal so nennen soll. so war das meiner meinung nach viel einfacher zu handhaben. oft kommt es auf die kombination an: in potsdam etwa traf schulferienanfang auf freien eintritt in einem laden, wo man einfach hingeht, in einer zeit, wo solche musik noch nicht besonders viel publikum hatte.

aber zurück zu zug: die aggressionen beschränkten sich nicht auf unser konzert: wie mir erzählt wurde, hat jemand dem haustechniker ein drink ins gesicht geschüttet, mit dem ziel ihm gleich im anschluss seinen ipod zu stehlen, was auch gelang. ausserdem wurden teile der visual-leinwand runtergerissen. erinnerte mich fast etwas an die stimmung in der besetzten jägergasse damals, einfach ohne schlägereien (wobei, wer weiss, wie’s ausging).

naja. nervt etwas, wenn man ein gig spielt und ab der hälfte nur noch an die gage denkt. v.a. geht das auch auf kosten der besucherInnen, die sich aufs konzert gefreut haben. diesem und den veranstalterInnen sei trotzdem gedankt, die haben alles gut gemacht. kein schöner abend, aber es gibt bestimmt schlimmeres.

bis denn! MTDF


4 Antworten auf „ZUG“


  1. 1 rampue 30. August 2010 um 11:50 Uhr

    hmm klingt nicht gut….
    aber lustig dass ihr bei dem anderen konzert dann noch zugaben gespielt habt :D

  2. 2 flumroc 01. September 2010 um 13:39 Uhr

    vielleicht mal noch n beitrag zu subjektiver wahrnehmung:
    ich stand ja auch da oben auf der bühne und empfand es auch als mühsam, lächerlich und idiotisch, dass becher und büchsen richtung bühne flogen. es war dann auch angebracht, das konzert zu unterbrechen und den affen zu sagen, sie sollen aufhören damit oder selber hochstehen und versuchen, den affen zu machen für die leute.
    ja, die stimmung war nicht überschwenglich an dem abend. aber trotzdem möchte ich eine lanze brechen für all die leute im publikum, die das becher-werfen mitbekommen haben und sogar noch während dem konzert zu mir hingekommen sind um mitzuteilen, dass der sound fett ist und dass sie es kul finden. und deshalb zur subjektiven wahrnehmung: es war nicht kul, aber es war für mich auch nicht das schlimmste oder feindseligste konzert ever. es gab zwei besoffene, die kram geschmissen haben. es gab einen haufen leute, dies nicht interessiert hat (was auch deren recht ist). so what? denn das wichtigste ist: es gab eine menge sehr netter leute, die sich gefreut haben.
    wir sind keine mimosen, die dies nicht sehen und gleich beleidigt abzischen, wenn jemand n becher wirft.
    deshalb: sorry an all die kulen, mitsingenden mädels und jungs, dass wir uns von den becher-werf-affen irritieren liessen und uns nicht einfach voll euch gewidmet haben.
    ich hoffe, dies ist hiermit geschehen. ihr dürft jetzt alle zu MT dancefloor nach hause gehen, seinen kühlschrank leerfressen und in seinem bett pennen! und bei mir könnt ihr das geld vorbeibringen!
    Bestes! Flumroc

  3. 3 Administrator 01. September 2010 um 14:12 Uhr

    mtdf ist halb mimose, halb kaspar hauser. zug nimm dich in acht!

  1. 1 Ein etwas trauriger Konzertbericht | » Blow Your Mind Away With Good Music » Pingback am 29. August 2010 um 15:23 Uhr
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