Archiv für Dezember 2012

PORNO MIT HITLER IN WÜRZBURG

Hier die letzte Folge zur Jahresbilanz

SKOR traf ich irgendwann im Jahr (ich glaube) 2007, als ich mich für einen Auftritt mit TINGUELY vorbereitete.

Wir verstanden uns auf anhieb prächtig und er stand dann ab und zu bei uns als Gast auf der Bühne so z.B. am Melt! Festival 2010. Er war auch an einem unserer traditionellen Würzburger Vorweihnachtskonzerte dabei.

An dem Konzert lernte er eine Frau kennen mit der er dann irgendwann den Club verliess. Am nächsten Tag wurde er vom Veranstalter UDO relativ verkatert, verstört und in die entgegengesetzte Richtung unseres Treffpunkts gehend angetroffen. Beim Frühstück erzählte er uns dann folgende Geschichte: Er sei mit der Frau durch die Stadt gezogen und sie hätten sich wunderbar verstanden, viel gelacht etc. Später seien sie bei ihr zu Hause gelandet, hätten ein bisschen gekifft und getrunken. Es klang alles nach einem sehr romantischen Abend. Nach einer Weile hätte seine Gastgeberin ihn gefragt, ob er einen Film schauen wolle, sie wüsste nicht, was es sei, sie hätte den am Nachmittag aus einem Fahrradkörbchen entwendet.

Er sagte ja, was ist denn gegen einen Film einzuwenden. Vielleicht kommt man sich ja näher und so? Auf dem Bildschirm spielten sich in der Folge Szenen ab, die das auspeitschen von Hitler durch einen kernigen Indianajones-Typen, Dildosex, sonstigen Sex, extrem prollige Macker, extrem grosse Brüste und extrem schlechte Schauspielerei beinhaltete. Die Romantik war verflogen, es lief danach nichts mehr.

Ich glaubte SKOR natürlich kein Wort und stellte ein paar Fragen zum Film. Die fahrt nach Zürich zurück dauerte wegen Schneesturms ca. 8 Stunden, was ihn sehr nervte, weil er bei sich zu Hause zu einem Fondue-Abend geladen hatte und mich, weil ich unbedingt rausfinden wollte, was das für ein Film war. Ich hatte schon eine gewisse Vermutung und setzte mich – endlich zu Hause – an den Computer um ein paar Schlüsselworte aus SKORs Schilderungen zu Googeln.

Das Resultat: Up! von Russ Meyer (1976).

Ich hab den Film umgehend erworben, um mir selber ein Bild zu machen.

„Hitler“ heisst in der Filmfiktion Adolph Schwartz, vielleicht weil Russ Meyer Zensur fürchtete (was ich angesichts der ganzen Anlage des Films nicht ganz verstehen würde) oder weil er in der Fiktion unter falschem Namen untergetaucht ist? Man weiss es nicht. Up! ist ein unglaublich trashiges Machwerk und etwas langatmig. Ich hab den dann nicht mal fertig geschaut. Ich glaube ich hab noch nie einen Russ Meyer Film fertig geschaut.

Auf Youtube fand ich den Clip zu Schwartz‘ Tod, den jemand vom Fernseher abgefilmt hat

Mit SKOR haben wir auch sonst ein paar lustige Abende erlebt. Er hat übrigens gerade ein Crowdfunding Projekt am laufen.

Ich freu mich riesig ihn, und seine Freunde von MDMA heute dabei zu haben!

Bis gleich! MTDF

PASCAL FUHLBRÜGGE

Der zweite Teil zu den Acts der Jahresbilanz

PASCAL FUHLBRÜGGE trafen wir auf dem zweiten Teil von „Das ist nicht meine Tour“, im September 2004, als wir nach dem Release von „Das ist nicht mein Problem“ unterwegs waren. Der zweite Tourabschnitt bescherte uns insgesamt 17 Termine und einen Offday. Damals steckten wir sowas noch ohne weiteres weg :)

Wir spielten in der Hamburger Weltbühne, einem kleinen sehr netten Club, der 2005 geschlossen wurde. Der Betreiber TINO HANEKAMP schrieb mit „Sowas von Da“ ein Buch, das unter anderem von einem Abend in der Weltbühne handelt. Hier gibt es ein Interview dazu. Später gründete TINO das Übel und Gefährlich, wo wir auch schon ab und zu zu Gast sein durften.

Jedenfalls trafen wir da auf PASCAL, der uns an dem Abend mischen sollte (übrigens spielte im einiges grösseren Club gleich nebenan SIDO, dessen Album „Maske“ ein paar Monate vorher erschienen war). Unsere Technik war zu der Zeit relativ simpel: Wir gaben einfach eine Mono Summe raus und hatten je ein Mikrofon. „Mischen“ taten wir das selbst von der Bühne aus. Das klang natürlich sehr scheisse und war die pure Unterforderung für jeden Haustechniker. Aber PASCAL machte das was richtig tolles draus, filterte wie wild rum, versah das Zeug mit Delays und holte irgendwie mehr raus als eigentlich möglich war.

Es ist natürlich noch zu erwähnen, dass wir uns riesig freuten, dass ausgerechnet PASCAL uns mischte, der Mann ist immerhin eine Legende! Er gehörte zu SAND 11, die für uns ein wichtiger Einfluss waren. Die Platte Sand 11 (erschien 2000 auf Ladomat, wo u.a. auch EGOEXPRESS veröffentlichten) hörten wir in unserer Anfangszeit rauf und runter. Ansonsten ist er wohl eine der wichtigsten Figuren der alternativen Musikszene in Deutschland, einerseits als Gründungsmitglied/Gitarrist der Prä-Hamburger-Schule Band KOLOSSALE JUGEND und Mitbegründer des L‘age d‘Or Labels, aus dem erwähntes Ladomat hervorging und das Bands wie DIE STERNE, DIE AERONAUTEN, TOCOTRONIC, HUAH!, THE ROBOCOP KRAUS und viele mehr unter Vertrag hatte. Im Laufe der Jahre kam er nach einem Besuch im Berliner Tresor Club zur House-Musik, die ihn seither nicht mehr los liess. Ich hatte schon mehrmals die Gelegenheit, mit ihm zusammen im Pudel Club aufzulegen. Er ist bekannt für seine geschmackvollen Sets. Und so nonchalant, dass er nicht mal Soundcloud hat.

PASCAL mischt uns seit rund 2 Jahren an den meisten unserer Deutschland Konzerten, und es ist der Wahnsinn, was er aus unserem Kram macht. (inzwischen sind es ein paar Spuren mehr). Er steht uns mit Rat und Tat zur Seite. Ausserdem trinkt niemand so elegant Rotwein aus einem Plastikbecher wie er.

Wir freuen uns riesig, ihn morgen im Stall 6 zu treffen!

morgen wird dann noch SKOR von MDMA kurz vorgestellt :)

Bis dann! MTDF

EIN TRANSVESTITISCHER SCHUHPLATTLER ZU KILLING IN THE NAME OF

Hier gibt’s in den folgenden Tagen ein paar Worte zu den Acts , mit denen wir am Freitag an der Jahresbilanz spielen.

DIE FORMATION DOPPELHERZ 2000 lernten wir im September 2003 kennen, als wir mit MINIPLI 550 (bei denen RÄUBERHÖHLE mitspielte) und ebendiesen eine kleine Dreitagestour machten. Damals war der Samplerbeitrag auf dem ZickZack-Sampler und unsere erste 12″ (Split mit KNARF RELLÖM & DJ PATEX) rausgekommen, aber noch kein Album. Ich sah gerade, dass es auf Discogs noch eine gibt.

Auf dem Programm standen das Egocity in Zürich, der Wagenmeister in Basel und das OBW 9 in Stuttgart. All diese Läden gibt es nicht mehr, was sehr schade ist.

Nun aber zurück zur Band: Tim und Felix, zwei hochgewachsene sympathische junge Männer waren also mit uns auf Tour. Ihre Show war sehr skurril mit Tank Tops und Halsbändern. Die Musik eine Art Electrolore avant la lettre. An der Grenze wurden angeblich sie immer nach Drogen gefilzt (wenn sie sich schon unterwegs ins Outfit warfen). Aus diesem ersten Kontakt wurde eine bis jetzt anhaltende Freundschaft, und wir durften viele lustige Abende miteinander verbringen. Felix‘ Bruder Moritz war ein paar mal mit uns unterwegs. Er ist der beste Tourbegleiter der Welt. Wir verdanken den beiden ausserdem das wissen um SEDLMEIRs tolle erste CD „Hardrock Roboter Germany“.

Mir blieb v.a. eine Geschichte mit Tim in Erinnerung: Ich legte irgendwann vor ein paar Jahren in Düsseldorf auf. Tim fuhr mich im Anschluss ins nahe Köln, damit ich bei ihm und seiner gerade abwesenden Freundin übernachten konnte. Am nächsten Abend machten wir eine kleine Kneipenrunde und sprachen diversen Getränken ausgiebig zu. Ziemlich überdreht kamen wir in die Wohnung. Wir kamen auf die Idee, mit Tims CD-Sammlung einen Musik Battle zu starten mit einem Ghettoblaster und einem dieser Wand CD-Player.

Noch später kamen wir auf die Idee, dass das in den Kleidern von Tims Freundin Margrit noch viel mehr Spass machen könnte. Wir fingen also an, alle möglichen Oberteile, Schals, etc. aus den Schränken zu reissen und uns aufzubrezeln. Immer zur schön lauten Musik. Noch später dachten wir, dass es noch lustiger wäre unpassende Tänze zur jeweiligen Musik aufzuführen. Die Sache gipfelte in einem transvestitischen Schuhplattler zu „Killing in the Name of“ von RAGE AGAINST THE MACHINE. Just auf dem Höhepunkt des Spasses (ca. 4:30 Morgens), klingelte und klopfte es Sturm an der Tür. Wir waren sofort mucksmäuschenstill, schalteten die Musik aus und stellten uns tot. Als wir hörten, dass sich von der anderen Seite der Tür Schritte entfernten, gingen wir mal schlafen.

Nachdem wir aufwachten war uns klar: Die Tür in dem Moment nicht aufzumachen war die beste Idee des ganzen Abends. Die Sache verlief im Sand, Tim traute sich ein paar Monate halt nur noch ins Treppenhaus, wenn da sonst gerade niemand war.

Ich freu mich jetzt schon auf das Wiedersehen am Freitag im Stall 6!

und morgen geht’s weiter mit PASCAL FUHLBRÜGGE

bis dann! MTDF