EIN TRANSVESTITISCHER SCHUHPLATTLER ZU KILLING IN THE NAME OF

Hier gibt’s in den folgenden Tagen ein paar Worte zu den Acts , mit denen wir am Freitag an der Jahresbilanz spielen.

DIE FORMATION DOPPELHERZ 2000 lernten wir im September 2003 kennen, als wir mit MINIPLI 550 (bei denen RÄUBERHÖHLE mitspielte) und ebendiesen eine kleine Dreitagestour machten. Damals war der Samplerbeitrag auf dem ZickZack-Sampler und unsere erste 12″ (Split mit KNARF RELLÖM & DJ PATEX) rausgekommen, aber noch kein Album. Ich sah gerade, dass es auf Discogs noch eine gibt.

Auf dem Programm standen das Egocity in Zürich, der Wagenmeister in Basel und das OBW 9 in Stuttgart. All diese Läden gibt es nicht mehr, was sehr schade ist.

Nun aber zurück zur Band: Tim und Felix, zwei hochgewachsene sympathische junge Männer waren also mit uns auf Tour. Ihre Show war sehr skurril mit Tank Tops und Halsbändern. Die Musik eine Art Electrolore avant la lettre. An der Grenze wurden angeblich sie immer nach Drogen gefilzt (wenn sie sich schon unterwegs ins Outfit warfen). Aus diesem ersten Kontakt wurde eine bis jetzt anhaltende Freundschaft, und wir durften viele lustige Abende miteinander verbringen. Felix‘ Bruder Moritz war ein paar mal mit uns unterwegs. Er ist der beste Tourbegleiter der Welt. Wir verdanken den beiden ausserdem das wissen um SEDLMEIRs tolle erste CD „Hardrock Roboter Germany“.

Mir blieb v.a. eine Geschichte mit Tim in Erinnerung: Ich legte irgendwann vor ein paar Jahren in Düsseldorf auf. Tim fuhr mich im Anschluss ins nahe Köln, damit ich bei ihm und seiner gerade abwesenden Freundin übernachten konnte. Am nächsten Abend machten wir eine kleine Kneipenrunde und sprachen diversen Getränken ausgiebig zu. Ziemlich überdreht kamen wir in die Wohnung. Wir kamen auf die Idee, mit Tims CD-Sammlung einen Musik Battle zu starten mit einem Ghettoblaster und einem dieser Wand CD-Player.

Noch später kamen wir auf die Idee, dass das in den Kleidern von Tims Freundin Margrit noch viel mehr Spass machen könnte. Wir fingen also an, alle möglichen Oberteile, Schals, etc. aus den Schränken zu reissen und uns aufzubrezeln. Immer zur schön lauten Musik. Noch später dachten wir, dass es noch lustiger wäre unpassende Tänze zur jeweiligen Musik aufzuführen. Die Sache gipfelte in einem transvestitischen Schuhplattler zu „Killing in the Name of“ von RAGE AGAINST THE MACHINE. Just auf dem Höhepunkt des Spasses (ca. 4:30 Morgens), klingelte und klopfte es Sturm an der Tür. Wir waren sofort mucksmäuschenstill, schalteten die Musik aus und stellten uns tot. Als wir hörten, dass sich von der anderen Seite der Tür Schritte entfernten, gingen wir mal schlafen.

Nachdem wir aufwachten war uns klar: Die Tür in dem Moment nicht aufzumachen war die beste Idee des ganzen Abends. Die Sache verlief im Sand, Tim traute sich ein paar Monate halt nur noch ins Treppenhaus, wenn da sonst gerade niemand war.

Ich freu mich jetzt schon auf das Wiedersehen am Freitag im Stall 6!

und morgen geht’s weiter mit PASCAL FUHLBRÜGGE

bis dann! MTDF