Archiv der Kategorie 'Schatten der Vergangenheit'

WAS WAR UND WAS KOMMEN WIRD

Ich hab meine Fotokamera verlegt. Darum ist leider mein schönes Foto mit einem Beamten der Guardia di Finanza, die mich in einem Vorort Baris nach Drogen durchsucht haben zumindest für den Moment verschollen.

Symbolbild:

Aber der Reihe nach: Am 20. November hatte ich die Gelegenheit, nach Süditalien, genauer Bari, zu fliegen um dort aufzulegen. CARLO vom STALL 6 hat dieses Ding für mich aufgegleist. Ich hätte auch gerne ein paar Tage angehängt, aber da ich gerade damit beschäftigt war, den Sampler zu Programmieren und mit Gspusi FLUMROC das neue Set vorzubereiten verzichtete ich darauf.

Ich flog also nach Bari, wo es doch immerhin angenehme 14 Grad warm war und wurde von drei netten Herren namens FRANCESCO, GIANNI und ELVIS abgeholt. Sie brachten mich erstmal zum NEW DEMODE CLUB, wo ich am Abend auflegen sollte. Später gings zu meinem Schlafplatz wo ich auf weitere Leute traf. Unter anderem gab es ein Radiointerview und es wurde lecker Abend gegessen. Unglaublich lecker sogar. Dann gings zurück zum Club zum Auflegen. Auf dem Weg dahin wurden wir von den erwähnten Guardia die Finanza rausgewunken und meine Plattenkoffer nach Drogen durchsucht. Da ich aber ausser Alkohol, Fernsehserien und Büchern keine nennenswerten Drogen nehme – und wenn ich es täte ich nicht genug doof wäre, zu versuchen, diese über eine Grenze zu bringen – fanden sie natürlich nichts. Sie verloren auch sehr schnell das Interesse, als ich ihnen sehr aufdringlich alle Fächer der Plattentaschen zum Durchsuchen anbot.

Ich sagte dem einen Beamten, ich würde gerne ein Erinnerungsfoto schiessen, was zu einem leicht bestürzten Ausdruck auf den Gesichtern meiner Gastgeber führte. Der Beamte sah sehr streng drein und er fragte mich „Are you famous? Are you important?“ und auf mein deutliches „Yes“ hin stellte er sich für ein Foto neben mich. Zurück in Zürich sagte mir dann CARLO „They are the hardest police in the whole of italy, man!“. Hmmm, da haben sie wohl ihre Lektion von einem noch härteren DJ gelernt.

Soweit so gut, endlich konnte es also in den Club gehen. Der DJ vor mir legte passend zur angeblichen Härte der Gesetzeshüter ziemlich harten Elektro auf, worauf ich seit längerem nicht mehr so Bock habe (auf die Gesetzeshüter schon länger, aber das hat andere Gründe und ist eine andere Geschichte). Ich spielte einen relativ verqueren Mix aus Baltimore, Elektro/Dance und Äquator-House, was dazu führte, dass sich der Saal zwei mal leerte und füllte (immerhin). Mir wurde auch gesagt, dass in dieser Szene eher lange Übergänge und homogener Stil angesagt seien, ich jedoch praktiziere bisweilen das genaue Gegenteil ziemlich exzessiv. Es kam dann aber doch recht gut an, einige Leute machten alle Eskapaden mit und blieben von Anfang bis Ende. Eine neue Bookinganfrage aus Bari liegt auch schon vor. Also alles cool. Problematisch war einzig die etwas instabile Konstruktion des DJ Pults so dass man sehr vorsichtig mitwippen musste, damit die Nadel nicht hüpft. Und der Allen & Heath Mischer mag unter technischen Gesichtspunkten besser sein als der DJM 800, ich mag aber zweiteren trotzdem lieber. Jedoch ist das ist alles nochmals gleich doppelt und dreifach piepegal, wenn man so nett behandelt wird, wie es mir widerfuhr, in dem Sinne grazie mille a tutti!

vs.

Nach dem Set legte ich mich für eine Stunde aufs Ohr, um den Flieger zurück nach Zürich zu nehmen. Da angekommen wurde ich Nachmittags von FLUMROC und MICHELLE POSSIBLE abgeholt. Wir fuhren nach St. Gallen ins PALACE, welcher Club uns zur Verfügung gestellt wurde, um unser neues Live Setup zu testen. An dieser Stelle nochmals ein grosses Dankeschön! Als Gegenleistung spielen wir da nächstes mal vergünstigt. Wir probierten lustige Dinge aus wie Live-Sidechaining auf den Flächensounds – getriggert wahlweise von den Hihats, der Snare oder der Kick. Resultat: Kick ist am besten. Es klingt alles sehr viel transparenter, dynamischer und satter als früher. In Freiburg wurden wir auch auffallend oft auf den „guten Sound“ angesprochen. Das ist natürlich sehr befriedigend, war ja auch ein Haufen Arbeit und wir freuen uns um so mehr auf die Konzerte. Wir brauchen auch ein Mischpult mit ein paar Kanälen mehr als früher, alles für Euch, die Freaks! Und ein Bisschen auch für uns, okay.

A propos PALACE: Der Club ist wirklich einen Besuch wert, sollte mal jemand da sein. Er befindet sich nämlich in einem ehemaligen Kino.
Warum nicht an unserem Auftritt im Frühling?

Danach hatten wir eine paar Tage Zeit um weitere Songs einzüben und v.a. die MPC zu programmieren. Mittlerweile geht das ganz fix. Ich muss mir für die Zukunft nur noch ein paar Gedanken zu Arrangement-Konzepten machen, damit auch alles schön flexibel bleibt. Work in Progress in Reinkultur. Es macht mir nach anfänglichen Schwierigkeiten inzwischen Riesenspass an der MPC rumzufummeln. Mittlerweile bin ich auf das JJ OS umgestiegen, das mir mehrfach empfohlen wurde. Es gibt damit tatsächlich keine Sync-Probleme. Sehr schön. Momentan benutze ich noch die Gratisversion. Wenn ich etwas besser mit der Maschine umgehen kann, werde ich mir wohl mal eine der grösseren Versionen kaufen, da diese doch einiges mehr an Features bieten. Das JJ OS hat auch ein zwei Nachteile im Workflow (insbesondere im Grid Mode), aber vielleicht fand ich nur noch nicht den entsprechenden Kniff um Arbeitsschritt XY in der Handhabe des AKAI OS aufs JJ OS zu übertragen. Allen die noch nicht eingeschlafen sind rufe ich entschieden zu: genug des Nerd Talks jetzt! Die anderen bitte ich sanft, aufzuwachen.

Hier geht’s weiter:

In Freiburg konnten wir das neue Live-Konzept zum ersten Mal testen. Kurz: Es hat riesen Spass gemacht! Die Leute kannten die Songs und die Party war sehr schön mit Crowdsurfen und so. Natürlich ist alles noch etwas Achterbahnfahrt mässig. Und wir wissen noch nicht genau, wann wir die Songs der verschiedenen Alben wie kombinieren. Egal, das wird sich alles geben und ein paar Ecken und Kanten stehen so einem Konzert doch auch nicht so schlecht. Danach auflegen kurz mit und dann nach den SEXINVADERS. War einmal mehr sehr lustig mit Euch, Jungs! Von BJÖRN PENG hab ich nur ein Teil mitgekriegt. Immer dasselbe, wenn man selber spielt. Alles war sehr gut organisiert und das Essen hervorragend. Was will man mehr.

Am nächsten Tag ging es nach Adelsheim an den Lucky Rave. Der Clubbetreiber ist ein alter Metalfan und schon lange als Veranstalter tätig und erzählte uns entsprechend tausend Geschichten von Bands die wir mögen bis lieben. Sehr nice. Das Konzert an dem Abend war nicht so gut besucht, aber die Stimmung war auch sehr gut, es ging eigentlich schon von Anfang an richtig zur Sache. Danach gab es ein paar kühle Getränke an der Bar und lebendige Diskussionen im Hotelzimmer. Auch hier: Danke an die Leute vom Organisationsteam.

Tja und da stehn wir jetzt und gleich geht die Tour los und das ist alles ganz schön aufregend, weil das ist ja alles neu jetzt und fast so als wärs die erste Tour. Hier haben wir diesbezüglich ein Versprechen abgegeben und wir tun alles, was in unserer Macht steht, dieses zu halten:

„Wir werden uns Mühe geben, Konzerte nach allen Regeln der Kunst zu spielen. Es gibt Blut, Schweiß und Tränen. Wir werden an schwer zu schleppenden uralten Geräten malochen, bis wir umkippen. Es werden Knöpfe gedreht und Tasten gedrückt. Es kann immer etwas schief gehen. Aber dann haben wir immer einen Witz parat.“

Hierhin geht’s (plus Heidelberg im Januar):

noch nicht überzeugt? Bitte:

Bis denn! MTDF

MAL DIE ALBEN REVUE PASSIEREN LASSEN (TEIL 1)

„Entweder Saalschutz“ erscheint in genau einem Monat. Hier mal ein kleiner Rückblick bis in die Gegenwart. Die Geschichte der Entstehung unserer Platten ist natürlich auch die Geschichte unserer Band und ihrer Entwicklung.

1. Das ist nicht mein Problem (2004)

Unser Erstling, war eigentlich gar nicht geplant. Wir fingen im Sommer 2001 an und wollten damals einfach möglichst viel live spielen.
Das Konzept war, elektronische Musik / Techno „von Hand“ nachzuspielen, also auf softwarebasiertes Arbeiten auf der Bühne zu verzichten. Natürlich war das dann notgedrungen sehr reduziert (wir haben nur 4 Hände): Drumbeats, Bass-Synhti, Keyboard-Lines, Gesang. Also eigentlich war das fast wie eine Gitarrenpunkband, mit anderen Instrumenten. Mit Drummern hatten wir in unserer Band-Vergangenheit beide schlechte Erfahrungen gemacht, also war klar: Herzstück ist ein Drumcomputer. Keyboard spielen konnten wir beide nicht, wir beschränkten uns auf die weissen Tasten. Musik mit schwarzen Tasten nannten wir intern „jazzig“. Wegen der praktischen Anordnung auf unseren Instrumenten, waren fast alle unsere Stücke auf „A“ – das lag so einfach am besten in der Hand. Oktavbass war das grosse Ding für uns, weil das einfach zu spielen war. Der grosse Vorteil von alldem war, dass wir sehr leicht an Auftritte kamen: Nur zwei Leute, keine grosse Backline, nur 3 Fader zu bedienen; zwei mal Gesang und eine Monospur vom Instrumental, das wir selber abmischten. Stereo war uns zu wenig kompromisslos. Ausserdem wenig zu schleppen, im Falle von Gage mehr Geld für jeden und keine Soundchecks. Notfalls konnten wir sogar alles inklusive Gesang von der Bühne aus mischen. Der Nachteil: Es klang scheisse, wenn wir grössere Räume mit mehr als 100 Leute beschallen sollten, weil vieles am Frontsound einfach nicht zu kontrollieren war.

In dieser Zeit kam es in Zürich gerade immer mehr auf, dass Musiker mit Laptops ihre Livesets spielten. Ausserdem machten eigentlich alle Minimal oder extrem anstrengende Geräuschmusik und ich persönlich hatte den Eindruck, dass es sehr ernsthaft zu und her geht. Geräuschmusik machten wir auch (mit unglaublich ironischem Gestus). Aber eigentlich ging es darum, Spass zu haben und einen mindestens für uns neuen und interessanten Twist in diese ganze Musikangelegenheit zu bringen nach Jahren des verzweifelten Gitarre und Bass-Spielens.
Etwa gleichzeitig kam „Electroclash“ auf und wir distanzierten uns natürlich sofort davon (wie später von Nu Rave). Grund: zu cool, zu viel Fashion, zu viel Gewicht auf dem Image. Kurz: zu anstrengend.

Wir hatten gar nicht vor, eine Platte aufzunehmen sondern nahmen einfach während eines Monats in den Bergen (z. B. „Diedrich Diederichsen“) und später im Proberaum und zu Hause das auf, was wir an Songs zusammengebastelt hatten und schickten das rum, mit dem Hinweis, dass live alles viel geiler klingt. Wir konnten da und dort spielen, oft in besetzten Häusern und illegalen Clubs und gingen auf Konzertreise mit KNARF RELLÖM & DJ PATEX, wo wir u.a. auch TORSUN und nach und nach den Rest der späteren AUDIOLITH Bande kennenlernten.

ALFRED HILSBERG sprach uns dann an, nachdem KNARF RELLÖM und andere bei ihm Werbung für uns gemacht hatten. So kam „Leererer, inhaltsloserer Ausdruck“ 2003 auf die Zick Zack Compilation „Bis auf weiteres eine Demonstration – Geräusche für den Tag danach“ (ZZ 2003), wo auch KNARF RELLÖM, EGOTRONIC, DAS BIERBEBEN und viele andere drauf vertreten waren.

Dieser Song erschien dann auch auf „Technopunk/Little Big City“ (Split auf REWIKA mit KNARF RELLÖM & DJ PATEX):

„Leererer, inhaltsloserer Ausdruck“ war ein Remix von „Leerer, inhaltsloser Ausdruck“. Es ist einer der wenigen Songs, bei denen ich mich ziemlich genau an die Entstehung erinnere: Ich fuhr mit der Strassenbahn Nr. 5 Richtung Uni am Kunsthaus vorbei und da kam mir einfach so diese Zeile „kennst Du dich bei Kunst aus“ und der Reim auf „Kunstraub“ in den Sinn. Ich ging in die Bibliothek und kritzelte das hin, um die Leerstellen aufzufüllen. Der Rest des Textes entstand etwa in 5 bis 10 Minuten. Eine bessere Aufwand-/Ertragsbilanz hatte ich wohl nie mehr. Das Kunstthema fand ich gut, weil ich ziemlich oft mit Kunstschulleuten abhing und mich mit meinem besten Freund JOHAN, der damals an der Kunstschule war und Performances etc. machte, tatsächlich oft über solche Sachen unterhielt. Mein Verhältnis zur Kunstszene und ihren Erzeugnissen war sozusagen von Hassliebe geprägt.

Der weitere Song wurde dann in meinem WG-Zimmer aufgenommen. Ich lud STINA GALAXINA, die ich über FLUMROC kannte, ein zum Einsingen des Refrains. Das ging ebenfalls sehr schnell. Als ich die Version machte, die dann auf den Sampler kam, war ich sehr krank und musste ca. alle 10 Minuten kotzen gehen. Auch daran kann ich mich noch sehr gut erinnern.

Ansonsten entstanden die Texte mehr oder weniger aus dem Stehgreif, ich mischte einfach alles durcheinander, was sich bis dahin in meinem Kopf angesammelt hatte. Ich wollte möglichst nichts Persönliches preis geben und legte Wert auf eine gewisse Distanziertheit. In Hochdeutsch zu schreiben/singen erschien mir dazu als angemessenes Mittel. Mein Französisch reichte gerade für SMS d‘amour. Auf Englsich wäre es vielleicht auch gegangen, aber die Amts- und erste Schulsprache Hochdeutsch konnte ich klarerweise besser. Ich wollte Texte schreiben, die als Parolen wie als Kommentare funktionierten. Also sozusagen Hooliganismus und intellektuelle Intervention unter einen Hut bringen. Manche Leute nehmen uns das bestimmt bis heute nicht ab. Da unsere Maxime war „pro Konzert mindestens ein neues Lied“, hatten wir dann nach einiger Zeit ein paar Lieder zusammen, die dann auch auf die Platte kamen.

„Leerer, inhaltsloserer Ausdruck“ wurde in den meisten Reviews zum Sampler lobend erwähnt, was uns natürlich enorm freute. HILSBERG fragte uns dann, ob wir ein Album aufnehmen wollen. Er wollte aber kein Vinyl machen. Da wir unbedingt Vinyl haben wollten (nur schon für uns) entschlossen wir uns, das in Zusammenarbeit mit DESERT ENGINE zu machen, deren Labelchef ROLF uns mal nach einem Konzert angesprochen hatte. Er wiederum wollte keine CD machen. Perfekt! Wir dachten, mit einem Album können wir noch mehr live spielen. Also los.

Die Aufnahmen waren sehr lustig. Ich musste die anderen jeweils rausschicken, weil ich sonst beim Einsingen immer lachen musste. Einen Teil der Songs nahmen wir bei mir zuhause auf, einen Teil bei Flumroc und einen weiteren Teil bei Rolf und bei uns im Proberaum. Der Pedanterie zuliebe sei noch erwähnt: Das Intro entstand im Projektorraums des Kinos LE PARIS.

Ich sang prinzipell immer im Sitzen, was man vermutlich auch hört. Die einzigen Songs, die im Stehen eingesungen wurden sind „Mein Pop Dein Pop“, „Today we all gonna die“ und „Ohne Saalschutz“, also die, bei denen etwas mehr geschrieen wird. Bei letzterem war ich erkältet, man kann es an der noch nasaleren Gesangsstimme erahnen :) Ebendiese Songs arrangierten wir auch gar nicht erst per Computer, sondern liessen den Drumcomputer mit dem vorher programmierten Beat laufen und spielten und sangen live dazu. Die Breaks haben wir wie an den Konzerten von Hand gemacht, indem wir auf „Stop“ und „Start“ drückten. Teilwesise wurden die Aufnahmen ohne Overdubs gemacht, und man hört Monitorsound auf einigen Gesangsspuren, da wir für gewisse Songs auch ohne Kopfhörer arbeiteten. Aufgenommen wurde dann auf eine digital 8-Spur-Konsole. Dies hatte zur folge, dass man z. B. die Drums gar nicht mehr weiter Abmischen konnte. All das zusammen sorgte für den oft erwähnten „trashigen“ Sound.

Bei der Produktion der Platte passierte auch ein grosses Unglück: FLUMROC rief mich an mit der Nachricht, dass seine Computer tot sei, und er nur noch die gebrannten CDs mit den Demoversionen hätte. Das betraf die etwas dancigeren Songs wie 19, 9 & 90, SMS d‘Amour oder eben Leererer inhaltsloserer Ausdruck. Ich sagte „kein Problem, ich hab ja alles auch, ich mach morgen als erstes ein Backup“. Nur ging mein Computer am nächsten Morgen auch nicht mehr. Von SMS d‘amour hatte ich zum Glück die Spuren schon auf DVD gebrannt, darum konnte ATOMIK MARTIN auch diesen tollen Remix machen. Der Rest kam dann einfach so auf die Platte, wie es zu dem Zeitpunkt war: Mehr schlecht als Recht mit Kopfhörern „gemischt“ (= fast alles in die Mitte gepant).

Den Titel erarbeiteten wir per Brainstorming im Foyer des erwähnten Kinos LE PARIS. Wir schrieben alles auf. KNARF stiess auch dazu und sagte beim runterlesen „Das ist nicht mein Problem!!! Das ist es“. Gut, also war das der Titel.

Das Cover machte JONAS VÖGELI. Als grosser Fan von Typografie packte er die Tracklist vornedrauf in einer eigens gestalteten Schrift. Hinter dem Tray war ein Bild und das Tray sollte eigentlich weiss sein. Die Herstellerfirma versagte aber und wir waren ziemlich angepisst deswegen, weil sie unseren Witz kaputt gemacht hatten. Ich schrie deswegen ziemlich rum als ich mit ALFRED HILSBERG telefonierte.
Aber man konnte nix machen. Es gab Preisnachlass und die zweite Auflage haben sie dann nicht mehr verbockt. An anderer Stellte gibt es dann mehr zu JONAS‘ Arbeit zu lesen.

Einige Magazine weigerten sich die Platte zu besprechen, „bis das richtige Cover da ist“. Fanden wir lustig. Diejenigen Reviews, die dann doch geschrieben wurden, waren eigentlich meist sehr wohlwollend und wir konnten mehr und mehr Konzerte spielen. Wir wurden mit anderen Bands in Kontext gestellt, oft z. B. mit MEDIENGRUPPE TELEKOMMANDER aber auch mit DIE TÜREN und VON SPAR wovon wir glaube ich enorm profitierten (darum: „Profitieren von dem Hype“, aber dazu später mehr). Unser Name wurde oft auch gennant bei Artikeln über MTK und andere Bands, die berühmter waren als wir und wir hatten den einen oder anderen eigenen Artikel, was natürlich alles zusammen gute Promo ist. Es gab (gibt) natürlich auch Leute, die unsere Platte scheisse fanden (finden). Aber wir konnten (können) damit leben.

Übrigens spielten wir an einer Platzbesetzung tatsächlich vor dem besungenen Kunsthaus, was ich mir beim Tagträumen mal kühn ausgemalt hatte.

Bis dann, wenn es um „Saalschutz macht’s möglich“ geht! MTDF

OFFENBAR

ist keine einzige AUDIOLITH-Band ans MELT gebucht (die Frage ist gestern auch hier aufgetaucht). Das finde ich schade, ein AUDIOLITH-Slot hätte dem Festival bestimmt nicht geschadet, zumal der PARKPLATZ-RAVE letztes Jahr sehr lustig war, für viel positive Resonanz gesorgt hat und die Leute schön durchgedreht sind. Ausserdem waren es die einzigen paar Stunden ohne Regen. Egal, der – ich nenne es jetzt mal so – „AUDIOLITH PARKPLATZ RAVE 09″ ist im lauschigen Ulm: Fast aufs Jahr genau am selben Tag, AUDIOLITH, umsonst & draussen. Einfach nicht gerade am Nachmittag. Wir sind dabei am sympathischen OBSTWIESENFESTIVAL und noch weitere Audiolithers. Ich weiss grad nicht wer, das kommt aber bald. Stay Tuned!

Das hier hab ich auch noch gefunden, hab ich damals wohl übersehen. Nice!

P. S. TORSUN, ich hoffe, das Pfeifen geht schnell wieder weg! Wir sehn uns ja bald. Bestz, MTDF

PLATZ 2 IN DEN TOP TEN

In den Top Ten der Audiolith Konzertpics 2008 von MATTHIAS konnten wir den 2. Platz ergattern. Danke! Den Schneid abgekauft haben uns unsere Erzfeinde EGOTRONIC. Wir werden ihnen dafür am gemeinsamen Konzert in Zürich den Stecker rausziehen!

Hier das Bild (von unserem Konzert im ÜBEL & GEFÄHRLICH in Hamburg):

Ist wirklich schön geworden und es gibt in der Tat unvorteilhaftere Bilder von uns:

Das auflegen im KIFF am Abend mit SAINT PAULI und KISSOGRAM war übrigens ein F-E-S-T. Danke an alle die da waren!

Kleiner Wermutstropfen: Eine Frau fragte mich, als ich Intromässig auflegte „spielst Du auch Elektro?“. „Ich spiele Elektro“. „Ich meine richtigen Elektro“.
Quizfrage – Was ist das?:

Bis dann, MTDF.

6.04. / 11.04. / 12.04.

Am 6.04. ist in der legendären BOSCH BAR, wo

- Bands wie THE ROBOCOP KRAUS, MEDIENGRUPPE TELEKOMMANDER, RÄUBERHÖHLE, PLEMO, EGOTRONIC, DER TANTE RENATE, THE DANCE INC., SAALSCHUTZ, uvm. Konzerte spielten, als sie noch kaum jemand kannte, aber auch

- gestandene Legenden wie KNARF RELLÖM, BLOODSTAR, DIE GOLDENEN ZITRONEN und zahlreiche andere Acts aus der ganzen Welt und verschiedenster Stilrichtungen zu sehen waren,

- FLUMROC und ich in verschiedenen experimentellen Noise-Krach-Quatsch-Bands rumprobierten und ich zahlreiche denkwürdige Abende hinter dem DJ-Pult oder auf der Tanzfläche erleben durfte,

ein weiteres tolles Konzert, denn am Montag gibt es:

Live: TIM & PUMA MIMI (bekannt von zahlreichen Skype-Konzerten. Diesmal ist MIMI in echt anwesend!)
DJs CHIRI MOYA & M T DANCEFLOOR

Die BOSCH BAR musste zwei Wochen nach dem Konzert der AUDIOLITH-BANDE anlässlich der BLOW YOUR MIND WITH GOOD MUSIC TOUR ihre Tore polizeibedingt schliessen (womit ein wichtiger Subkultur-Treffpunkt nachhaltig geschädigt wurde – zu verantworten hat das in letzter Konsequenz ESTHER MAURER. Ob danach was besseres kommt ist wohl ausschliesslich experimentell zu ergründen), öffnete aber wenig später an einer neuen Location wieder. Diese ist leider weniger schön, aber das Programm ist nach wie vor exquisit.

Am 11.04. wird einmal mehr der Wahnsinn neu buchstabiert: Im PAPIERSAAL steigt eine weitere SABOTAGE-Sause.

DJs MALIK, RUMORY, M T DANCEFLOOR

Am 12.04. wiederum wird das altehrwürdige RESTAURANT ZEUGHAUSKELLER zur Rollschuh- und Partybahn: Denn ALICE LABOUM, Facebook-Starlet und Rollschuh-Aficionada aus Frankreich, setzt einen drauf in Form einer weiteren CRASH FLOW PARTY.

Live: TRIO EUTER
DJs: DIE SCHWEIZERMACHER BODMER & FISCHER, P.BELL, RUMORY, M T DANCEFLOOR

Das wird alles ein Fest! Bis dann, Euer DJ MTDF

Nachtrag: Esther Maurer wird 2010 nicht mehr zur Stadtratswahl antreten, wie gerade zu lesen war. Das ist wohl auf den Einfluss dieses Blogs zurückzuführen…